Da
auf anderen Himmelskörpern lebensfeindliche Bedingungen herrschen,
sind künstliche Heimstätten zumindest in den Anfangsphasen der
Besiedelung unverzichtbar. In Anbetracht der biologischen
Erfordernisse von Pflanzen und Tieren und der zur Verfügung stehenden
begrenzten Ressourcen erscheint es
natürlich, dass eine Reihe von fortschrittlichen High-Tech Entwicklungen
notwendig sein werden, um das Überleben der ersten Siedler sicherzustellen.
Hierzu gehören u.a.
piezoelektrische Kunststoffmembranen für die Außenhüllen,
mit denen sich mit Hilfe des Windes auf dem Mars Elektrizität erzeugen
lässt; und eine weitere Schicht, die Strahlung
auffängt, oder auch die Errichtung ganzer
Städte unter Verwendung von Aerogel-Leichtbauteilen anstatt starrer
Kuppeln. Während des Experiments
Biosphäre II wurden etwa 80% der Nahrungsmittel aus vor Ort angebauten
Pflanzen gewonnen. Dieser
Prozentsatz muss bei Langzeitexpeditionen beträchtlich gesteigert werden.
Eine
Langzeitvision einer Biosphäre ist die sogenannte "Dyson-Sphäre",
die erstmals 1959 für eine fortschrittliche Zivilisation vorgeschlagen
wurde, die ihre gesamte Energie von der Sonne beziehen soll.
Es ist eine künstliche Kugel von der Größe einer Planetenumlaufbahn.
Das Gebilde wäre von Sonnenkollektoren für Wohnstätten rings
um das Zentralgestirn umhüllt, so dass sämtliche oder zumindest
eine beträchtliche Menge Energie auf die Kollektorenoberfläche
trifft, wo sie genutzt werden kann. So würde ein riesiger Lebensraum
geschaffen und eine enorme Energiemenge gesammelt. Eine andere
Version der Dyson-Sphäre ist eine "Ringwelt" (so lautet auch
der Titel eines Romans von Larry Niven), bei der es sich
um ein Band von Materie in
der Bahnebene eines Planeten handelt, das weniger Material
erfordern würde,
obwohl die mechanische Beanspruchung größer wäre.
Der SF-Roman "Roter
Mars" (engl. "Red Mars") von Kim
Stanley Robinson nennt den Regolith (Geröllschicht) als ein Beispiel
für eine Biosphäre. Die ersten Unterkünfte waren einfache
tonnenförmig gewölbte Kammern, die mit 10 m Regolith in Sandsäcken
abgedeckt wurden, um die Strahlung abzuhalten und einen Innenluftdruck
von 450 m bar zu ermöglichen. Das Baumaterial wurde aus dem hergestellt,
was an Ort und Stelle verfügbar war. Backsteine z.B. wurden aus dem
Lehm und Schwefel im Regolith gefertigt. Später hat man anspruchsvollere
Materialien und Bauteile verwendet. Der Roman "Red Mars" enthält
nicht allzu viele Einzelheiten über den Aufbau der Biosphären,
aber es gibt andere SF-Romane und -Filme, die Biosphären/Ökosysteme
als Hauptthema haben. In "SilentRunning" (1971) z.B. kümmert
sich die Hauptperson Lowell Freeman um Pflanzen in riesigen
Gewächshäusern.
Auf der Erde gibt es schon lange keine Bäume mehr. Als von dort der
Befehl kommt, die Gewächshäuser zu zerstören, kann er ihn
nicht ausführen, ebensowenig aber kann er seine drei Gefährten
dazu zu überreden, ihm zu helfen, die Pflanzen zu retten, daher trifft
er andere "Vorkehrungen". Die Fernsehserie "Starlost" (1973)
handelte von Menschen, die über Generationen in Raumschiffen lebten,
bis sie vergessen hatten, dass sie sich in einem Raumschiff
befanden. Außer
der Mars-Trilogie hat Kim Stanley Robinson auch "Icehinge" und "Antarktika" (engl. "Antarctica")
geschrieben -in beiden kommen geschlossene Biosysteme als
wichtiges Element vor.
Ein in Cornwall (England) laufendes
ehrgeiziges Experiment ist vielleicht der irdische Vorläufer einer
Biosphäre im Weltall.
Das Eden-Projekt besteht aus mehreren "Biome" genannten Kuppeln,
die riesige, speziell konstruierte Gewächshäuser sind, in denen
zahlreiche Pflanzen gezüchtet werden.
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