Weltraumgestützte
Reflektoren als Mittel zur Terraformung von Planeten wie Mars zur Verbesserung
der Lebensmittelproduktion, zur örtlichen Wetterbeeinflussung und zur
Energieversorgung sind häufig Gegenstand der Science-fiction. Solche
Projekte sind zwar wesentlicher Bestandteil zahlreicher bedeutender SF-Geschichten,
aber das Grundkonzept ist keine Science-fiction mehr, sondern ließe
sich mit heutiger Technologie verwirklichen. In seinem Buch "Blauer
Mars" (engl. "Blue Mars") von 1996 schreibt Kim Stanley Robinson über
sogenannte Solettas - ein System orbitaler Spiegel - als Werkzeug zur Terraformung
des Mars. In "3001: Die letzte Odyssee" (engl. "3001: The
Final Odyssey") aus dem Jahr 1999 spricht Arthur C. Clarke von einem
entfaltbaren Sonnenschild jenseits der Bahn des Neptun.
Die Soletta in Kim Stanleys Buch dient zur Erwärmung
der Marsatmosphäre
mit Hilfe der von den Orbitalen Spiegeln reflektierten zusätzlichen
Sonnenstrahlen. In Clarkes Buch soll der Sonnenschild Schatten
spenden. Den SF-Plänen Clarkes für die Terraformung von Planeten,
die Erzeugung großer Nahrungsmittelmengen und die kontinuierliche
Energiegewinnung durch die Verwendung von Solettas und Sonnenschilden
liegt ein Konzept zugrunde,
das im Bereich des Möglichen heutiger Technik liegt. Solettas aus entfaltbaren
Strukturen stellen allerdings auch eine große Herausforderung für
die Werkstofftechnik dar, wenn die Struktur groß sein muss und eine
hohe Oberflächenpräzision erforderlich ist. Hierzu müssen
noch gründliche Durchführbarkeitsstudien angestellt werden.