Die
meisten Raumstationen in der Science-fiction dienen zwar
immer nur als Zwischenstation für Reisende, Laboratorien, Fabriken
oder Militärbasen.
Aber manche erträumte Einrichtung bietet Erbauern und Bewohnern künftiger
Raumstationen verlockende Perspektiven. In "The Lion of Comarre" von
Arthur
C. Clarke (1948) soll eine Raumstation einer Weltregierung
als Hauptquartier dienen; Michael Moorcock gründet in "The Fireclown" (1965)
ein Weltraumkloster. Patricia A. McKillip plant in "Narrenopfer" (engl. "Fool's
Run",
1987) ein Gefängnis im All und Dean Ing's "Down and
Out in Ellfive Prime" (1980) bietet ein komfortables Seniorenheim.
Raumstationen könnten auch wie im Film "Silent Running" gefährdeten
Spezies Schutz bieten oder durch Gentechnik wiedererschaffene
Kreaturen wie die Dinosaurier in Robert Silverbergs "Our Lady of the
Sauropods" (1980)
beherbergen. Für
Touristen bietet die Science-fiction Weltraumhotels, Satellitenkasinos,
Weltaustellungen und Sommer-Camps für Jugendliche an. Neuartige Freizeitaktivitäten
wären Tanzen in der Schwerelosigkeit wie in "Spider" und
Jeanne Robinsons "Stardance" (1979); exotisches Modellieren wie
in Fritz Leibers "The Beat Cluster" (1961) und "Fliegen" mit
künstlichen Schwingen wie in Konstantin Ziolkowskis "Beyond the
Planet Earth" (1920).
Blickt man weiter in die Zukunft, sieht die Science-fiction
Raumstationen als lebenswichtige Heimstätten für die Menschheit,
falls die Erde einmal unbewohnbar wird wie in Thomas M. Scortias "Earthwreck!" (1974).
Mit der Begründung, dass das Leben im Weltall den nächsten logischen
Schritt in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit darstelle,
beschreibt Bruce Sterling in "Schismatrix" (1985) fremdartige
Formen des sich fern von der Erde weiterentwickelnden Menschen, während
Terry Greenhough in "Thoughtworld" (1977) darauf hindeutet, dass
hellseherische Kräfte im All wachsen könnten. Die Raumstationen
selbst entwickeln sich vielleicht für ganze Generationen von Menschen
zu Raumschiffen, die zu fernen Sternen fliegen wie in "The Voyage
that lasted Six Hundred Years" von Don Wilcox (1940); oder Serien
von Orbitalstationen könnten
durch Kabel mit der Erde und miteinander verbunden werden,
um wie in Clarkes "The
Fountains of Paradise" (1979) einen riesigen bewohnten Ring um den
Planten zu bilden. Ja, wenn Schriftsteller sich ausmalen, was
der Mensch einmal mit Raumstationen anstellen könnte, kennen sie keine
Grenzen!
| Inhaltsverzeichnis | Energie
und Kraft |