Antriebstechniken

Antriebe nach dem Prinzip der
Raum-Zeit-Krümmung

Das auf der Raum-Zeit-Krümmung (warping) beruhende Antriebskonzept ist in der Science-fiction weit verbreitet. Das bekannteste Beispiel ist wahrscheinlich in "Star Trek" zu finden. Mit dieser Technologie könnte man sich schneller als das Licht fortbewegen, und würde sich hinsichtlich Raum und Zeit ein bedeutsames Fenster auf das Universum öffnen, was für die Astronomie vielleicht noch von größerer Bedeutung wäre. Sowohl in den Pilotepisoden zu Star Treks "Voyager" als auch in "Der Splitter im Auge Gottes" (engl. "The Mote in God's Eye") von Larry Niven und in "Starplex" von R.J. Sawyer ist "warping" eines der gebräuchlichsten Mittel, um die enormen Reisezeiten zu umgehen, die die Science-fiction sonst äußerst langweilig machen würden.

ManchuIn der Welt des "Star Trek" ist das Hauptantriebssystem der meisten schneller als Licht fliegenden interstellaren Raumfahrzeuge der Raum-Zeit-Krümmungsantrieb oder Warpantrieb. Das in den Raumschiffen der Föderation verwendete Antriebssystem bedient sich der von Dilithiumkristallen gesteuerten Vernichtung von Materie und Antimaterie, um die ungeheure Energie zu erzeugen, die notwendig ist, um den Raum zu krümmen und schneller als mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen.

Ein Raum-Zeit-Krümmungsantrieb ist im Grunde ein Mechanismus, der exotische Materie mit negativer Energiedichte verwendet, um Raum und Zeit so zu krümmen, dass ein Körper sich schneller als Licht fortbewegen kann. Miguel Alcubierre hat 1994 eine Raum-Zeit-Geometrie ausgearbeitet, die einen solchen Raum-Zeit-Krümmungsantrieb beschreibt. Die Raum-Zeit-Krümmung macht es möglich, dass sich ein Körper schneller als mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegt und trotzdem auf einer zeitähnlichen Kurve bleibt.

Rodenberry macht in seiner "Star Trek"-0dyssee vollen Gebrauch von diesem Antriebskonzept, um uns an den Rand unseres Universums zu versetzen. In "Avatar" zeigt Poul Anderson, wie Menschen interstellare Reisen bewältigen könnten, indem sie den exotischen relativistischen Effekt massereicher rotierender Zylinder in der sie umgebenden Raum-Zeit-Metrik nutzen, wie sie von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt wurde. Nach dieser Theorie können wir einige Umlaufbahnen um einen massereichen rotierenden Zylinder in Betracht ziehen, die "augenblicklich" mit anderen Umlaufbahnen um einen anderen massereichen Zylinder verbunden werden, der sich in beliebiger Entfernung vom ersten Zylinder befindet. Technisch gesehen besteht das Hauptproblem natürlich darin, ein sich über das gesamte Universum erstreckendes Netz solcher rotierender Zylinder zu errichten.

ManchuVom physikalischen Standpunkt aus betrachtet sind den Beziehungen zwischen Raum und Zeit durch die Gesetze der Allgemeinen Relativitätstheorie Grenzen gesetzt. Ein grundlegendes Beispiel ist ein "Wurmloch", das exotische Materie nutzen könnte, um zwei von einander entfernte Orte im Raum miteinander zu verbinden. Ein hypothetisches Raumschiff könnte in die eine "Mündung" des Wurmlochs eintreten und durch die andere sehr weit entfernte "Mündung" wieder austreten. Obwohl das Reisen der interessanteste Aspekt hierbei sein dürfte, könnten sich "Wurmlöcher", sofern es sie gibt, als erstaunliche Instrumente erweisen, mit denen wir andere, ältere Teile eines fernen Universums (im weiteren Sinne) sehen können.

bottomimage